Parodontologie

Parodontitis- Behandlung mit Konzept

Parodontitis ist eine weit verbreitete Entzündung des Zahnhalteapparates, die zum Zahnverlust führen kann. Laut der neuesten epidemiologischen Studie in Deutschland beträgt die Verbreitung von Parodontitis bei Erwachsenen (35–44 Jahre) 70,9 % und bei Senioren (65–74 Jahre) 87,4 %.
Sie gilt heute nachweislich als Risikofaktor vieler ernster Erkrankungen, so erhöht sie das Risiko für Fehlgeburten, Schlaganfall, Herzinfarkt und auch Diabetes wird negativ beeinflusst.

Für die schnelle Beurteilung der parodontalen Situation jedes Patienten ist der PSI (Periodontal Screening Index) notwendig. Die Erhebung nimmt lediglich zwei Minuten Zeit in Anspruch, liefert aber ganz wichtige Informationen für die Strategie der Behandlung des Patienten. Es werden dabei an allen Zähnen im die Taschentiefen gemessen und die höchsten Werte zu Einstufung des Gesundheitszustands herangezogen.

Liegt eine Parodontitis vor dann ist ein sehr konsequentes, schrittweises Vorgehen angezeigt, da es sonst immer wieder zum Aufflammen der Entzündung des Zahnfleisches und des Kieferknochen kommen wird.

Die Parodontitis-Therapie wird in unserer Praxis in folgenden Schritten durchgeführt:

1. Vorbehandlung
2. Nachkontrolle
3. Antrag und Keimtestung
4. Parodontitis-Behandlung
5. Nachsorge
6. gegebenenfalls mikro-chirurgische Therapie-Maßnamen

Schritt 1: Vorbehandlung

Um die entzündeten Zahnfleischtaschen in einen weniger entzündlichen Zustand zu überführen, werden die Zähne und Taschen mehrfach im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung von Belägen und Zahnstein befreit.

Dies erfolgt meist mit Ultraschallinstrumenten.

Auch müssen Schmutznieschen, wie überstehende Füllungsränder, Karies oder Wurzelreste behandelt werden, da sie es den Bakterien einfach machen sich zu vermehren.

Gleichzeitig wird der Patient angeleitet, eine passende Mundhygiene zu betreiben um wirklich so gründlich wie möglich alle Beläge und damit Bakterien aus dem Mund zu entfernen.
Ohne diese intensive Zahnpflege von Seiten des Patienten, ist eine erfolgreiche Parodontitis-Behandlung nicht möglich!

Schritt 2: Nachkontrolle der Taschentiefen

Bei viele Patienten verbessern sich die Taschentiefen nach einer gründlichen Vorbehandlung und einer besseren Putztechnik schon deutlich, so dass oft keine weiteren Behandlungen mehr nötig sind.

Sollten aber noch vereinzelt sehr tiefe Taschen vorhanden sein, dann kann davon ausgegangen werden, dass dort immer noch eine starke Verkeimung vorliegt. Diese Patienten werden dann im Rahmen einer Parodontitis-Behandlung weiter behandelt.

Schritt 3: Parodontitis-Antrag und gegebenenfalls Keimtestung

Die Taschen werden erneut gemessen und ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt, aus dem hervorgeht, welche Taschen genau behandelt werden müssen.

Gegebenenfalls, z.B. bei aggressiven Verläufen, kann eine genaue Keimdiagnostik (micro-IDent, ammP8-Test) sinnvoll sein, um die anstehende Parodontitisbehandlung noch mit passenden Medikamenten zu unterstützen.

Schritt 4: Die Parodontitis-Behandlung

Unter Betäubung werden mit Utraschall, Handinstrumenten und ggf. mit Laser die Taschen gründlich bis in die Tiefe gereinigt. Unterstützt wird diese Therapie durch geeignete Medikamente, Spüllösungen und Gelen die die Keimvermehrung hemmen. Diese müssen individuell für jeden Patienten bestimmt werden.

Schritt 5: Nachsorge

Einmal Parodontitis- immer Parodontitis!

Da es nicht zur vollständigen Entfernung aller Keime und Schlupfwinkel kommen kann, ist eine lebenslange Nachkontrolle und Nachreinigung unerlässlich, damit es nicht wieder zu akuten Schüben und weiterer Bildung von Zahnfleischtaschen kommt. Es ist sehr wichtig, dass weiterhin die häusliche Mundhygiene sehr intensiv betrieben wird.

In viele Fällen kann man die Parodontitis auf diese Weise stoppen und den Zustand von Zahnfleisch und Knochen so stabil halten.

Nur in wenigen Fällen sind minimal-chirurgische Maßnahmen notwendig um sehr tiefe Taschen zu behandeln.

 

Gewisse Maßnahmen, wie eine Keimdiagnostik, Laser als auch die professionelle Zahnreinigung sind keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und müssen bei Kassenpatienten privat getragen werden.

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